Markt und Unterhaltung

Markt und Unterhaltung

Der mittelalterliche Markt war nicht nur Warenbörse und Verkehrsknotenpunkt, er war auch die Informationszentrale für die Bewohner der Stadt und ihrer Umgebung. Hier wurde der neueste Klatsch aus der Nachbarschaft verbreitet, die Händler brachten Neuigkeiten aus anderen Städten; die Obrigkeit nutzte die Ansammlung von Bürgern für die Bekanntgabe von Verordnungen und Veranstaltungen. Gaukler sorgten für Unterhaltung und informierten auf satirische Weise über politische Vorgänge. Auch Bänkelsänger trugen kritische Lieder vor und waren ein wichtiges Ventil für die Volksmeinung.

Auf dem Marktplatz und den Jahrmärkten der Umgebung traten ferner Jongleure und Seiltänzer auf. Markttage waren oft auch Gerichtstage, an denen Missetäter abgeurteilt und Recht gesprochen wurde. Oft wurden die Urteile auf dem Markt vollstreckt; dies war immer ein Anziehungspunkt für die Bevölkerung, der das Rechtsempfinden, aber auch die Schadenfreude befriedigte.

In Wimpfen gab es während des Mittelalters und auch danach zahlreiche Wochenmärkte, darunter seit 1391 auch den Hafenmarkt – den heutigen Zunftmarkt. Einzelne Sparten des Wimpfener Wochenmarktes waren so umfangreich geworden, dass Teilmärkte eingerichtet werden mussten; ein Roßmarkt, der schon erwähnte Hafenmarkt, ein Fruchtmarkt, ein Kübel- und ein Salzmarkt sind urkundlich erwähnt. Im Tal gab es außerdem täglich einen Fischmarkt für die Versorgung der Bevölkerung. Alle Waren des täglichen Bedarfs wurden von einheimischen Handwerkern, aber auch von auswärtigen Händlern angeboten.

Die Jahrmärkte dienten wohl dazu, die überschüssigen Waren, die nicht in der Stadt abgesetzt werden konnten, auch den Bewohnern des ferneren Umlandes anzubieten. Diese Märkte waren z.T. immer wieder Streitpunkte zwischen der Berg- und der Talstadt.

Im Verlaufe der Geschichte erhielt Wimpfen das Privileg für fünf Jahrmärkte Der Markt an Peter und Paul (heute Talmarkt) am 29. Juni, ein Markt am Montag nach Pfingsten, einer auf Petri Kettenfeier (1. August), einer am St. Katharinentag (21.- 29.11., heute Altdeutscher Weihnachtsmarkt) und ein Markt auf Petri Stuhlfeier (16.- 20.1.). Der bedeutsamste dieser Märkte war der heutige Talmarkt, der schon vor über tausend Jahren abgehalten wurde.

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